Chlamydien * Definition Tipps, Vorsorge

Chlamydien Infektion - Info * Definition, Bedeutung, Gesundheitshinweise

Interferon e eine potentielle Behandlungschance

Chlamydien Infektion gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Sie sind antibiotisch gut behandelbar, bleiben sie unerkannt können erhebliche Spätschäden wie Unfruchtbarkeit auftreten

Chlamydien stammt aus dem griechischen: Chlamydos =  Mantel. Chlamydien Infektionen bleiben oft unerkannt. Mindestens ein Selbsttest (Info auf dieser Seite) sollten sexuell aktive mindestens einmal jährlich machen. Sie sind durch Antibiotika heilbar, ubbehandelt führen sie oft zu Unfruchtbarkeit und evtl. schlimmen Gesundheitsschäden. Es gibt zudem für die nähere Zukunft Hoffnung durch Interferon epsilon (iFNE) (Info auf dieser Seite). Praktisch stellt man sich eine Art Impfung vor (wo dem Körper "vorher" durch eine kleine ungefährliche Menge ja das Immungedächtnis geschärft wird).

Chlamydien genauer betrachtet

Chlamydien sind die Ursache für sogenannte Chlamydiosen - Erkrankungen der Schleimhäute. Chlamydien zählen zu den Bakterien, sind kugelförmig und Nisten sich in die Struktur von Zellen ein.) sind kugelförmige Bakterien, die sich in die Struktur der Zellen einnisten. Sie können nur in Wirtszellen überleben. "Chlamydien sind Bakterien, die sich ausschließlich innerhalb fremder Zellen vermehren können." - oder für fachkundige: Chlamydien sind eine Familie gramnegativer, obligat intrazellulär lebender Bakterien mit mehreren humanpathogenen Species." So die korrekte Bezeichnung, aber keine Angst, alles nachstehende ist, wie Sie es von uns kennen, leicht verständlich. In diesem Sexlexikon befassen wir uns vorwiegend mit der Geschlechtskrankheit.

Der kleine Wächter - Interferon Epsilon (IFNe)
Die gute Nachricht FÜR FRAUEN zuerst
Hoffnung auf Schutz vor Chlamydien in ein paar Jahren.

Das Immunsystem ist ein wahnsinnig gutes Wunderwerk der Natur und kommt normalerweise von alleine klar. Bei unbekannten Angriffen entwickelt sich nach erfolgter Gegenwehr eine Art Immungedächtnis, der Körper kann bei Folgeinfektionen schneller und gezielter reagieren.

"Interferone sind Teil des Immungedächtnisses". Die meisten Interferone werden erst gebildet, nachdem wir einmal infiziert waren. IFNe wird, anders als die meisten Interferone, von Hautzellen gebildet und unterliegt so hormonellen Steuermechanismen. Während der Schwangerschaft oder unmittelbar nach bzw. auch während der Menstruation ist es nicht vorhanden. Aus diesem Grunde ist die Frau während dieser Phase auch besonders anfällig. Die australischen Forscher gehen nun davon aus, daß dieser Mechanismus in den nächsten 5-10 Jahren bewußt aktiviert werden kann. Da dieses Interferon nicht, wie der größte Teil des Immunsystems, gesteuert wird sondern hormonell, kann dies auch "Hoffnung bei HIV bedeuten". Lesen Sie nähere Infos direkt unter : K. Y. Fung, N. et al. Interferon- Protects the Female Reproductive Tract from Viral and Bacterial Infection. Science, 2013; 339 (6123): 1088 DOI:

Chlamydien - Test - Kurzinfo Bei dem geringsten Verdacht (Sypmtome siehe Abschnitt chlsymptome) empfiehlt sich für beide Partner ein Selbsttest, wenn sie nicht sofort zum Arzt gehen wollen.

Sie finden eine Bestellmöglichkeit im Internet unter

Öffnet externen Link in neuem FensterDoktor Online. Der Test bezieht auch Tripper mit ein. Die Kosten belaufen sich auf grobe 50 Euro. Dies kann Ihre Gesundheit retten.Ein Selbst-Test ist jedoch nicht wirklich zuverlässig, so daß eine ärztliche Untersuchung auch bei dem nur geringsten Zweifel notwendig ist.

 

Kommen Chlamydien oft vor?

Oh ja. "Chlamydien gehören weltweit zu den häufigsten Auslösern für Geschlechtskrankheiten". Auch in Deutschland gelten sie zu den am häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Laut einer Schätzung des Robert-Koch-Institut erkranken jährlich etwa 300.000 Frauen in Deutschland, über Männer sind keine Schätzungen bekannt, dürften jedoch nicht allzuweit entfernt liegen. Betroffen sind vor allem Frauen und Männer unter 25 Jahren.

Schlimm: Chlamydien erhöhen das HIV - Risiko

"Mit Chlamydien infizierte Personen können sich leichter mit HIV anstecken". Entzündete Schleimhäute werden für HIV durchlässiger und Immunzellen, die ja Zielzellen für das HIV sind, leichter in das Entzündungsgebiet ein.

Unfruchtbarkeit bei Frauen

Laut der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe sind jährlich etwa 100.000 Frauen auf Grund einer Chlamydien-Infektion unfruchtbar. Meist kommt es erst nach ca. 5-7 Jahren zu Unfruchtbarkeit, so daß es selten zu spät für eine Behandlung ist, selbst wenn sie nicht sofort erkannt wurde. Da Chlamydien-Infektionen, rechtzeitig behandelt, oft ohne Folgeschäden bleiben,übernehmen die Kassen ein jährliches Screening in Form eines Urintests bis zum Alter von 25 Jahren. Mittlerweile fordern Fachleute diese Grenze auf 34 anzuheben und das geschieht wohl auch mittlerweile öfters, erkundigen Sie sich im Zweifel bei Ihrer Krankenkasse.

Unfruchtbarkeit bei Frauen

Laut der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe sind jährlich etwa 100.000 Frauen auf Grund einer Chlamydien-Infektion unfruchtbar. Meist kommt es erst nach ca. 5-7 Jahren zu Unfruchtbarkeit, so daß es selten zu spät für eine Behandlung ist, selbst wenn sie nicht sofort erkannt wurde. Da Chlamydien-Infektionen, rechtzeitig behandelt, oft ohne Folgeschäden bleiben,übernehmen die Kassen ein jährliches Screening in Form eines Urintests bis zum Alter von 25 Jahren. Mittlerweile fordern Fachleute diese Grenze auf 34 anzuheben und das geschieht wohl auch mittlerweile öfters, erkundigen Sie sich im Zweifel bei Ihrer Krankenkasse.

  • ungeschützter Vaginalverkehr
  • ungeschützter Analverkehr
  • ungeschützter Oralverkehr
  • Hilfsmittel, Sexspielzeug, das gemeinsam genutzt wird

Wer ist gefährdet?

Die Gefahr kann nur von infizierten Personen ausgehen. Von daher ist eine logischerweise höhere Gefährdung bei Menschen mit häufig wechseldem Geschlechtsverkehr besonders hoch. Ungeschützter Geschlechtsverkehr stellt generell eine Gefährdung dar, möglicherweise weiß die Partnerin/der Partner nicht, infiziert zu sein. Was man früher als "Treue" bezeichnete würde das Pauschalrisiko zunichte machen. Eine besonders gefährdete Gruppe sind junge Frauen, die sexuell sehr aktiv sind (siehe junge Frauen besonders gefährdet - auf dieser Seite).

Symptome einer Chlamydien-Infektion

Die Infektion ist oftmals bei beiden Geschlechtern mit geringen oder keinen spürbaren Beschwerden verbunden, was deren Gefährlichkeit nicht mindert.
Eine kleine Übersicht der Symptome:

  • Bei Männern ist meistens die Harnröhre infiziert. Das Wasserlassen ist erschwert, bei gleichzeitigem Harndrang. Beim Urinieren juckt oder brennt es.Eitriger Ausfluss.
  • Harndrang, obwohl man erst auf der Toilette war, können ein Symptom sein
  • Bei Frauen oft brennen beim Wasserlassen, gelb-grünlicher Ausfluss.
  • Es kann im Bauchraum zu Verwachsungen kommen, die dann ein ziehende Beschwerden bei starker Darmtätigkeit bewirken.
  • Infektion im Enddarm kann zu vermehrtem und schmerzendem Durchfall führen.
  • Während der Schwangerschaft besteht die Gefahr von vorzeitigen Wehen oder Frühgeburt. Nach der Geburt können Entzündungen der Gebärmutter entstehen.
  • Manchmal verlaufen die Symptome nicht so stark oder gar unbemerkt. Wenn es juckt, sie Schwierigkeiten oder Veränderungen beim Wasserlassen bemerken, sich eitriger und schleimiger Ausfluss bemerkbar macht oder der Toilettengang eine Qual ist, zögern Sie nicht, sich untersuchen zu lassen.

Kann das Infektionsrisiko beeinflußt werden?

Ja, es kann. Grundsätzlich kann eine Übertragung nur auf den beschriebenen Wegen erfolgen. Aber die Anfälligkeit kann erheblich beeinflußt werden durch die Lebensweise.
Folgende Faktoren können den Körper schwächen oder empfänglicher machen:

  • Hormonstörungen, z.B. durch Essprobleme
  • starkes Rauchen
  • Mangelernährung

Hinweis zu Mangelernährung: Zeichen von häufigem Hunger, von Übergewicht KÖNNEN auf Mangelernährung hindeuten. Wenn der Körper beispielsweise häufig Hunger zeigt, obwohl es eigentlich nicht an der Zeit wäre, kann das oft bedeuten, daß ihm Nährstoffe fehlen. Es besteht Mangel, obwohl man viel ißt. Das schwächt den Körper und macht ihn anfällig. Mangelernährung ist ziemlich weit verbreitet, kaum jemand nimmt das aber wahr und ernst.

Die richtige Diagnose - Selbsttest reicht bei Verdacht nicht aus.

Gonorrhoe ist eine andere Geschlechtskrankheit, die ähnliche Symptome zeigt. Eine qualifizierte ärztliche oder fachärztliche Diagnose ist durch nichts zu ersetzen. Auf Gonorrhoe gehen wir auf einer separaten Seite ein.

Wie wird eine Chlamydien-Infektion diagnostiziert?

Es erfolgen entweder ein Urintest, der im Labor auf entsprechende Partikel untersucht wird oder ein Zellabstrich der Harnröhre, bei Frauen auch des Gebärmutterhals.

Bei Verdacht immer beide Partner untersuchen lassen.

Es können Frauen und Männer infiziert sein, oft auch ohne es selbst zu wissen. Bei dem geringsten Verdacht sollten sich immer beide untersuchen lassen. Es ist dabei unerheblich, wer dann wen angesteckt hat, hier geht es nicht um Ehre, nicht um die Frage von Seitensprung sondern um Gesundheit.

Was passiert in einem wenn man sich infiziert hat?

Wurde man infiziert, wandern die Bakterien bei der Frau vom Gebährmutterhals in die Gebärmutter und die Eileiter, manchmal sogar bis in den Bauchraum. Bei Mann können die Harnröhre, die Prostata und die Nebenhoden infiziert werden. Bei Frauen können dann eitrige Eileiterentzündungen entstehen Wenn diese chronisch wird, können diese sogar vernarben oder verkleben und sind dann undurchlässig. Sehr gefährlich für Eileiter und folglich Unfruchtbarkeit. In der Regel gibt es eine Inkubationszeit bis zum Auftreten der ersten Symptome von ca. 1-3 Wochen.

Wo steckt man sich nicht an?

  • Gemeinschaftliche Bettwäsche, Handtücher bergen kein Risiko
  • Gemeinschaftliche Toiletten etc. bergen kein Risiko
  • Küssen birgt kein Risiko

Junge Frauen besonders gefährdet

Man schätzt, daß über eine Million Infektionen pro Jahr bei Frauen über 14 Jahren erfolgen, man geht von etwa 5-10% aus. Das ist VIEL. Besonders hoch liegt die Rate bei sexuell besondere aktiven Frauen zwischen 14 und 19 Jahren. "In Deutschland gibt es ca. 1200 Teenager-Schwangerschaften pro Monat (ca. 14-15.000 pro Jahr)".

Die Behandlung von Chlamydien-Infektionen

Chlamydien-Infektionen der Schleimhäute von Scheide, Harnröhre und Darm werden durch Antibiotika behandelt und heißen in der Regel vollständig aus.

Spätfolgen einer unbehandelten Chlamydien-Infektion bei der Frau

Entzündungen von Gebärmutter und Eileiter sind bei etwa 40% der infizierten Frauen Spätfolgen einer unbehandelten Chlamydien-Infektion. Die Entzündungen können zu Verklebungen und Vernarbungen der inneren Geschlechtsorgane führen. Ist dies der Fall, können Eileiterschwangerschaften und Unfruchtbarkeit die Folge sein. So sind in Deutschland schätzungsweise 100.000 Frauen im gebärfähigen Alter aufgrund einer unbehandelten Chlamydien-Infektion ungewollt kinderlos.

Bei Schwangeren kann eine Chlamydien-Infektion zu einer Frühgeburt oder zu einer Bindehaut- oder Lungenentzündung beim Neugeborenen führen. Zudem kann es zu Eileiterschwangerschaften und/oder Gebärmutterentzündungen kommen.

Spätfolgen einer unbehandelten Chlamydien-Infektion beim Mann

Entzündungen der Prostata, Samenleiter und Nebenhoden können bei Männern Spätfolgen unbehandelter Chlamydien-Infektionen sein. Die Entzündungen können auch bei Männern zu Unfruchtbarkeit führen.

Chlamydien - Klassifizierung

Medizinisch wird unterschieden:

  • Chlamydia psitacci: Sie werden durch Vögel auf den Menschen übertragen und führen zu Lungenentzündung. (Ornithose)
  • Chlamydia pneumoniae: Sie breiten sich durch Tröpfcheninfektion aus und verursachen Infektionen der Atemwege, können zu schweren Lungenentzündungen führen. (Pneumonie)
  • Chlamydia trachomatis: Sie sind extrem gefährlich. Es gibt gibt hier 3 Typen:
  • Serotyp A-C: sind Erreger des Trachoms
  • Serotypen D-K: Erreger von Urethritis und anderer genitaler Infektionen
  • Serotypen L1-L3: Erreger des Lymphogranuloma inguinale

Trachom ist eine Augenerkrankung, oft durch schlechte Hygiene in der dritten Welt.
Die Urethritis ist eine Entzündung der männlichen oder weiblichen Harnröhre (Urethra). Sie zählt zu den unteren Harnwegsinfektionen. Lymphogranuloma inguinale: Es handelt sich um eine vor allem genital übertragene Erkrankung, sodass die betroffenen Körperregionen der Penis, die Vagina, aber auch - je nach Sexualpraktik - der Enddarm sind.

Rechtshinweis

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